Forschungsüberblick zum geschwindigkeitsbasierten Training 2
Nachdem wir uns in den letzten Monaten intensiv mit der Forschung zum geschwindigkeitsbasierten Training beschäftigt haben, möchten wir euch diese Woche unseren zweiten Forschungsüberblick präsentieren! Die drei unten besprochenen Artikel befassen sich mit geschwindigkeitsbasiertem Training und Muskelermüdung. Wir hoffen, dass sie euch Denkanstöße liefern und euch neue Ideen und Schlussfolgerungen auf der Grundlage der wissenschaftlichen Erkenntnisse bieten. Im Folgenden finden Sie drei aktuelle Forschungsartikel sowie die Ziele, Methoden und Ergebnisse, die die Forscher zu ergründen versuchten. Wenn Sie Fragen haben, lassen Sie es uns wissen. Los geht’s!

STUDIE 1
Neuronale Einflüsse auf die Muskelermüdung: Vom Gehirn zum Muskel und zurück
Im Rahmen einer Studie zum geschwindigkeitsbasierten Training führten die Forscher Taylor, Amann, Duchateau, Meeusen und Rice eine Literaturrecherche durch, in der sie die fortschreitende Abnahme der Kraftentfaltung eines Muskels während des Trainings untersuchten. Die Forscher wollten die Ursachen und Mechanismen der Muskelermüdung ergründen, die von einer Beeinträchtigung der Funktion des motorischen Systems über neuronale Veränderungen bis hin zu einer Abnahme der Leistungsfähigkeit während des Trainings reichen. Letztendlich wurden drei wesentliche Schlussfolgerungen gezogen: 1 – Das Kennzeichen der Ermüdung im neuromuskulären System ist die Verlangsamung oder das Erliegen der Aktivität der motorischen Einheiten, was zum Verlust der Kraftentfaltung führt. 2 – Diese Veränderungen in der Aktivität der motorischen Einheiten sind das Ergebnis verschiedener Einflüsse auf die Motoneuronen, vor allem Veränderungen der afferenten Eingänge (Nervenimpulse, die zum Gehirn führen) und der synaptischen Eingänge (Botschaften, die an den synaptischen Verbindungen entschlüsselt werden und zu Nervenimpulsen führen). 3 – Neurotransmitter, die mit dem Gehirn interagieren, können die Leistungsfähigkeit je nach Interpretation in Abhängigkeit von Umgebung, Temperatur und Ermüdungsempfindungen verändern. Diese Schlussfolgerungen zusammen führten die Forscher zu der Feststellung, dass „Veränderungen im neuromuskulären, sensorischen und homöostatischen System alle zur Ermüdung beim Training beitragen können.“ Das Gehirn hat daher ebenso viel mit der Entscheidung über die Beendigung des Trainings zu tun wie die Muskeln, da während des Trainings Signale schnell zwischen beiden hin und her geleitet werden.
Taylor, J. L., Amann, M., Duchateau, J., Meeusen, R. & Rice, C. L. (2016). Neuronale Beiträge zur Muskelermüdung: Vom Gehirn zum Muskel und zurück. Medicine and Science in Sports and Exercise.
STUDIE 2
Faktoren, die die durchschnittliche konzentrische Geschwindigkeit bei vier Langhantelübungen mit unterschiedlichen Belastungen beeinflussen
Velocity Based Training research performed by researchers Fahs, Blumkaitis, and Rossow set out to examine the differences of average concentric barbell velocities between 35% and 100% of a 1-repetition maximum (1RM) for four exercises: back squat, bench press, deadlift, and overhead press. They were primarily investigating how training age, frequency, limb length, height and relative strength are related to concentric mean velocities. A total of 51 resistance-trained men (18 women; 33 men) participated and completed two separate testing sessions where the velocities of each of the four exercise was measured during a 1RM testing protocol. Results were that concentric mean velocity was significantly different among the four lifts at all relative loads between 35% and 100% (p<0.05) with the exception of 55% (p = 0.112). Researchers concluded that load-velocity profiles are different for each exercise and that primarily relative strength level and height played important roles in determining the concentric mean velocity for the various lifts. As a result, researchers suggested the velocity zones should be individualized for exercises and for athletes.
Fahs, C. A., Blumkaitis, J. C. & Rossow, L. M. (2019). Faktoren, die die durchschnittliche konzentrische Geschwindigkeit bei vier Langhantelübungen mit unterschiedlichen Belastungen beeinflussen. Journal of Strength and Conditioning Research.
STUDIE 3
Überlegungen zum geschwindigkeitsbasierten Training: Die Anweisung, sich „so schnell wie möglich“ zu bewegen, ist weniger effektiv als eine Zielgeschwindigkeit
Velocity Based Training research performed by researchers Hirsch and Frost investigated the difference in instructing athletes to move at a target velocity vs. “as fast as possible” during a free-weight bench press. Thirteen male powerlifters were recruited and completed two separate testing sessions, the order of which was randomized and separated by 3-7 days. Participants underwent a warmup, a 1RM test, and 4 sub-maximal “velocity” sets of 5 reps at 45% 1RM, and another RM test. The target velocity for the velocity session was 1.0m/s. The “as fast as possible” group still had their velocities recorded, but not reported to them during the session. The target velocity sessions produced a significantly higher mean velocity than the “as fast as possible” (p<0.001). Researchers therefore concluded that giving athletes a target number to aim for is more effective than instructing them to move the barbell as fast as possible.
Hirsch, S. M., & Frost, D. M. (2019). Überlegungen zum geschwindigkeitsbasierten Training. Journal of Strength and Conditioning Research, (Juli).
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