VBT und Bewegungsqualität
Die Bewegungsqualität ist seit Jahren ein viel diskutiertes Thema im Bereich Kraft- und Konditionstraining. Die Bewegungsqualität wirkt sich auf die sportliche Leistungsfähigkeit und die Verletzungsprävention aus. Der Functional Movement Screen (FMS) ist das führende Bewegungsscreening für Sportler und die allgemeine Bevölkerung.
Das FMS ist in der Lage, die Effizienz verschiedener Bewegungsmuster zu quantifizieren, um dem Auswertenden einen Eindruck davon zu vermitteln, wie gut sich eine Person bewegt, und uns Einblicke zu verschaffen, um die Gelenke des Körpers auf Funktionsstörungen zu untersuchen. Es handelt sich um eine weitere objektive Messmethode, die dabei hilft, die Leistungsfähigkeit zu bestimmen. Mithilfe eines weiteren objektiven Messgeräts können wir feststellen, ob VBT und Bewegungsqualität zusammenwirken können, um die Leistung von Sportlern zu verbessern. Und ob Protokolle zur Rückkehr zum Sport unter Einsatz von VBT hilfreich sein können.
BEWEGUNGSQUALITÄT UND KRAFTENTFALTUNG
Eine zentrale Frage im Zusammenhang mit der Bewegungsqualität lautet: Kann der Körper maximale Kraft aufbringen, wenn die Gelenke nicht entsprechend ihrer stabilen und beweglichen Natur ausgerichtet sind? Sind Knie und Knöchel bei einer Kniebeuge instabil, ist das so, als würde man versuchen, eine Kanone aus einem Kanu abzufeuern; der Körper muss eine stabile Aufgabe in einer instabilen Umgebung ausführen.
Allerdings spielt die Bewegungsqualität eine wichtige Rolle, insbesondere wenn es darum geht, die Trainingsintensität im Kraftraum zu maximieren. Trainer neigen manchmal dazu, VBT zu meiden, da die Technik nachlassen kann, wenn ein Athlet dazu aufgefordert wird, sich schnell zu bewegen. Deshalb betonen wir, dass VBT zwar ein hervorragendes Instrument ist, um objektive Anhaltspunkte für die Belastungsintensität zu liefern, aber dennoch Trainer benötigt werden, um die Athleten anzuleiten. Auf diese Weise bleibt die Bewegungsqualität erhalten. Somit können VBT und Bewegungsqualität Hand in Hand gehen – in welchem Umfang, liegt ganz beim Trainer.
VERLETZUNGEN UND RÜCKKEHR ZUM SPIELBETRIEB BEI VBT
Die Rückkehr zum Sport nach einer Verletzung ist ein riesiges Forschungsgebiet. Die subjektive Beurteilung der Bewegungsqualität in Verbindung mit der Nutzung von VBT zur Erfassung objektiver Daten kann in diesem Prozess das Rätselraten verringern. Eine in vielen Sportarten häufig auftretende Verletzung sind Risse des vorderen Kreuzbandes (ACL). Nach einer ACL-Operation kommt es häufig zu einer Instabilität des Knies. Aus diesem Grund ist es im Rahmen des Protokolls zur Rückkehr zum Sport gängige Praxis, individuelle Unterschiede zwischen den Gliedmaßen anhand der Kraftleistung zu bewerten.
Die Forscher Ardern et al. stellten fest, dass nach einer Kreuzbandrekonstruktion nur 63 % von 5770 Sportlern wieder das Leistungsniveau vor der Verletzung erreichen konnten. Diese Personen wurden anhand von Kraftwerten, jedoch nicht anhand der Kraftleistung beurteilt. Darüber hinaus stellten die Forscher Angelozzi et al. fest, dass selbst wenn sich die Kraftwerte nach einer Kreuzbandrekonstruktion wieder normalisiert hatten, sechs Monate später immer noch erhebliche Defizite bei der Kraftentwicklungsrate bestanden.
VBT und Bewegungsqualität
VBT-Geräte können Aufschluss über die Unterschiede zwischen den Beinen geben. Perch ist in der Lage, einseitige Bewegungen zu erfassen und Geschwindigkeits- und Kraftwerte für das rechte bzw. linke Bein zu ermitteln. Trainer können diese Werte daher nutzen, um Einblicke in die individuellen Unterschiede bei der Kraftaufbau zwischen den Beinen zu gewinnen.
Beispielsweise Perch mithilfe eines Einbeinsprung-Protokolls die Geschwindigkeit eines einbeinigen Vertikalsprungs messen. Zudem wissen wir: Je geringer die auf den Boden ausgeübte Kraft ist, desto geringer ist die Geschwindigkeit der Messstange. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf einseitige Unterschiede in der Stabilität und der Kraftentwicklungsrate ziehen. Diese Einblicke in die Bewegungsabläufe der Athleten und die Kraftentwicklungsrate könnten sich bei der Erstellung von Trainingsplänen für unsere Athleten als unschätzbar wertvoll erweisen. Dies wiederum kann ihnen helfen, sicher und funktionsfähig in den Sport zurückzukehren.
FAZIT
Könnte eine Kombination aus Bewegungs- und Geschwindigkeitsanalyse uns den nötigen Einblick verschaffen, um Defizite bei der Kraftentwicklungsrate von Sportlern zu erkennen? Die Überbrückung der Kluft zwischen Bewegungsqualität und präziser Analyse der Kraftentfaltung könnte der beste Weg sein, um die Sicherheit und Stärke unserer Sportler auf und neben dem Spielfeld zu gewährleisten.
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Zurück zu den Grundlagen? Werfen Sie einen Blick auf die Anfänge von VBT und Krafttraining!
QUELLEN:
- Ardern, C. L., Webster, K. E., Taylor, N. F. & Feller, J. A. (2011). Rückkehr zum Sport nach einer Operation zur Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes: eine systematische Übersicht und Metaanalyse des aktuellen Stands der Forschung. British Journal of Sports Medicine, 45(7), 596–606. https://doi.org/10.1136/bjsm.2010.076364
- Angelozzi, M., Madama, M., Corsica, C., Calvisi, V., Properzi, G., McCaw, S. T. & Cacchio, A. (2012). Kraftentwicklungsrate als ergänzender Messwert für Entscheidungen zur Rückkehr zum Sport nach einer Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes. The Journal of orthopaedic and sports physical therapy, 42(9), 772–780. https://doi.org/10.2519/jospt.2012.3780