5 Mythen über geschwindigkeitsbasiertes Training (VBT)

Einführung
Das geschwindigkeitsbasierte Training (VBT) erfreut sich in Kraft- und Konditionstrainingskreisen zunehmender Beliebtheit. Durch die Erfassung der Bewegungsgeschwindigkeit während des Trainings erhalten Trainer und Sportler wertvolle Einblicke in die Leistungsbereitschaft, die Ermüdung und die optimale Trainingsintensität. Doch trotz seiner zunehmenden Verbreitung ranken sich nach wie vor viele Mythen um das VBT, die oft verhindern, dass Trainingsprogramme sein volles Potenzial ausschöpfen. Diese Mythen reichen von Bedenken hinsichtlich der Komplexität und der Kosten bis hin zu der falschen Annahme, dass VBT nur für Spitzensportler geeignet sei.
In diesem Blog möchten wir fünf der gängigsten Mythen über das geschwindigkeitsbasierte Training (VBT) aufklären. Ganz gleich, ob Sie Krafttrainer, Sporttrainer oder Sportdirektor sind – wenn Sie die Grundlagen des VBT verstehen, können Sie Ihr Programm präziser, sicherer und leistungsorientierter gestalten.
Mythos 1: VBT ist nur etwas für Spitzensportler oder Profisportler
Einer der hartnäckigsten Mythen ist, dass VBT ein Instrument ist, das Elite-Sportlern oder professionellen Sportorganisationen vorbehalten ist. In Wirklichkeit ist VBT auf allen Trainingsebenen einsetzbar, von Schulprogrammen bis hin zu Hochschul- und Amateursport.
Das Grundprinzip hinter VBT ist universell. Die Bewegungsgeschwindigkeit spiegelt die neuromuskuläre Leistungsbereitschaft und den allgemeinen Ermüdungsgrad eines Sportlers wider. Ganz gleich, ob Sie einen 14-jährigen Neuling oder einen Linebacker der Division I trainieren – diese Erkenntnisse können Ihnen dabei helfen, Ihr Training intelligenter zu gestalten.
In Schulprogrammen, die VBT einsetzen, lassen sich häufig ein stärkeres Engagement der Sportler, eine bessere Technik und ein individuelleres Training beobachten. Dieselben Messgrößen, an denen sich Profisportler orientieren, können auch Nachwuchssportlern helfen, zu verstehen, wie sie zielgerichtet und präzise bewegen können.
Zudem passt sich VBT an das Niveau des Sportlers an. Man muss weder die Geschwindigkeiten der Elite anstreben noch Zahlen hinterherjagen. Man muss einen Sportler lediglich mit seinen eigenen Referenzwerten vergleichen, wodurch VBT von Natur aus leicht zugänglich und anpassungsfähig ist.
Mythos 2: VBT erfordert komplizierte Technologie und Datenanalyse
VBT basiert zwar auf Technologie, aber das bedeutet nicht, dass es kompliziert sein muss. Moderne Systeme wie Perch kamerabasierte Sensoren, die weder tragbare Geräte noch Kabel erfordern. Sie werden direkt an den Hantelständern angebracht und erfassen automatisch die Bewegungsgeschwindigkeit.
Anstatt Trainer mit Daten zu überhäufen, zeigen diese Systeme Live-Feedback auf einem Tablet oder Monitor in übersichtlicher Form an. Trainer und Sportler können sofort erkennen, ob eine Bewegung innerhalb des angestrebten Geschwindigkeitsbereichs liegt. Dieser Automatisierungsgrad macht das Rätselraten überflüssig und vereinfacht den Entscheidungsprozess.
Tatsächlich ist die Einfachheit von VBT eine seiner größten Stärken. Man muss keine Stunden damit verbringen, Tabellen zu analysieren. Die Daten werden während der Trainingseinheiten in Echtzeit angezeigt, sodass sie direkt umsetzbar und intuitiv verständlich sind.
Für Trainer, denen das Datenmanagement am Herzen liegt, bieten die meisten Plattformen zudem cloudbasierte Dashboards an, die Informationen über einen längeren Zeitraum hinweg speichern und strukturieren. So können Sie Fortschritte verfolgen, Trends erkennen und fundierte Entscheidungen zur Trainingsgestaltung treffen.
Mythos 3: VBT verlangsamt das Training und stört den Ablauf
Ein weiteres Missverständnis ist, dass die Einbindung von VBT in eine Trainingseinheit den natürlichen Trainingsfluss stört. In Wirklichkeit steigert VBT die Effizienz und optimiert das Training.
Das traditionelle Training stützt sich oft auf feste Prozentsätze des Ein-Wiederholungs-Maximums oder auf vorab festgelegte Werte, die möglicherweise nicht den aktuellen Leistungszustand des Sportlers widerspiegeln. Dieser Ansatz kann zu Unter- oder Übertraining führen.
Bei VBT erfolgen Anpassungen in Echtzeit. Liegt die Geschwindigkeit eines Athleten unterhalb des vorgegebenen Bereichs, kann der Trainer die Belastung reduzieren oder zusätzliche Pausen einlegen. Ist der Athlet hingegen schnell unterwegs, kann das Training intensiviert werden, um maximale Leistung zu erzielen. So wird sichergestellt, dass jede Wiederholung zählt und jeder Athlet im effektivsten Intensitätsbereich trainiert.
Sobald VBT zu einem festen Bestandteil des Trainingsalltags geworden ist, geht es den Sportlern ganz leicht von der Hand. Sie lernen schnell, ihre Belastung selbst anzupassen, und bringen sich stärker in den Prozess ein. Anstatt die Dinge zu verkomplizieren, vereinfacht VBT die Entscheidungsfindung während des Trainings.
Mythos 4: Beim VBT geht es nur um Geschwindigkeit und es hat keinen Einfluss auf die Kraft- oder Leistungsentwicklung
Auf den ersten Blick könnte der Begriff „Geschwindigkeit“ den Eindruck erwecken, dass es dabei ausschließlich um Schnelligkeit geht. Manche sind der Meinung, dass VBT am besten für Schnell- oder Kraftsportler geeignet ist und für diejenigen, die sich auf den Kraftaufbau konzentrieren, weniger nützlich ist.
Das ist nicht der Fall. VBT wird eingesetzt, um alle Punkte der Kraft-Geschwindigkeits-Kurve zu trainieren. Damit lassen sich Maximalkraft, Schnellkraft, Schnellkraft und ballistische Kraft trainieren. Durch die Anpassung der Geschwindigkeitsbereiche der Hantelstange können Trainer gezielt bestimmte Anpassungen präzise steuern.
Wenn ein Sportler beispielsweise auf absolute Kraft trainiert, könnte er in einem Geschwindigkeitsbereich von 0,3 bis 0,5 Metern pro Sekunde trainieren. Wenn das Ziel Kraft ist, könnte sich der Zielbereich auf 0,7 bis 1,0 Meter pro Sekunde verschieben. Dadurch ist VBT vielseitiger als prozentuale Systeme, die die täglichen Leistungsschwankungen nicht berücksichtigen.
Durch die kontinuierliche Erfassung der Geschwindigkeit können Sportler und Trainer zudem Veränderungen bei der Leistungsabgabe und der Kraftentwicklungsrate beobachten. Dies führt zu einem ganzheitlicheren Ansatz beim Krafttraining, durch den Sportler explosiver, widerstandsfähiger und besser auf den Sport vorbereitet werden.
Mythos 5: VBT ist für die meisten Programme zu teuer
Die Kosten werden oft als Hindernis für die Einführung neuer Technologien genannt. Zwar erfordert jede Investition in Technologie eine entsprechende Budgetierung, doch ist VBT mittlerweile zunehmend erschwinglich und skalierbar geworden.
Systeme wie Perch speziell für Programme an weiterführenden Schulen und Hochschulen entwickelt. Die Sportler müssen keine Geräte tragen, und die Systeme lassen sich problemlos in die vorhandene Ausrüstung integrieren. Dies senkt sowohl die Anschaffungskosten als auch die langfristigen Kosten.
Noch wichtiger ist, dass sich die Investition deutlich auszahlt. Programme, die VBT einsetzen, verzeichnen weniger Verletzungen, eine bessere Trainingsausrichtung und bessere Ergebnisse bei den Sportlern. Berücksichtigt man die Kosten für Verletzungen, verpasste Wettkämpfe oder stagnierende Fortschritte, zahlt sich die Investition in VBT sowohl in Bezug auf die Leistung als auch auf das Wohlbefinden der Sportler aus.
Einige Schulen haben VBT zudem in MINT-Initiativen integriert oder es zur Unterstützung von Förderanträgen genutzt. Da VBT mit Bildungszielen in den Bereichen Datenkompetenz, Biomechanik und Sportwissenschaft im Einklang steht, kann es aus interdisziplinären Mitteln finanziert werden.
Schlussfolgerung
Geschwindigkeitsbasiertes Training ist kein Trend und auch kein Luxusinstrument für die Elite. Es ist eine praktische, effektive und leicht zugängliche Methode, um Krafttraining individueller, sicherer und effizienter zu gestalten. Indem wir diese verbreiteten Mythen widerlegen, hoffen wir, mehr Trainingsprogramme dazu zu bewegen, sich mit VBT auseinanderzusetzen und aus erster Hand zu erleben, wie es die Trainingsergebnisse verbessern kann.
Ganz gleich, ob Sie Highschool-Sportler trainieren oder ein College-Programm leiten – VBT liefert Ihnen die Daten, die Sie für ein intelligenteres Training benötigen. Und mit Lösungen wie Perch war die Einführung von VBT noch nie so einfach. Verabschieden Sie sich von veralteten Trainingsplänen und begrüßen Sie eine Zukunft, die auf Präzision, Feedback und der Entwicklung der Sportler basiert.
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Quellen
- Mann, J. B., & Haff, G. G. (2016). Angewandte Techniken für Kraft- und Konditionstraining. Human Kinetics.
- Weakley, J. J., & Wilson, K. (2019). Die Anwendung von geschwindigkeitsbasiertem Training: Eine Übersicht. Strength and Conditioning Journal.
- Banyard, H. G., Nosaka, K., Haff, G. G. (2017). Zuverlässigkeit und Gültigkeit des Last-Geschwindigkeits-Verhältnisses zur Vorhersage des 1RM. Journal of Strength and Conditioning Research.
- Orange, S. T., Metcalfe, J. W., Robinson, A., Applegarth, M. J., Liefeith, A. (2018). Auswirkungen eines geschwindigkeitsbasierten Trainings während der Saison auf Kraft und Leistung bei professionellen Rugbyspielern. Journal of Strength and Conditioning Research.